Projektbeispiel Dämmung der Außenwände

Bei diesem Projekt wurde die Außenwand mit 160mm Mineralwolle gedämmt. Man spricht hier von einem Wärmedämm Verbund System (WDVS). Da alle Baustoffe aufeinander abgestimmt sind.

Das Gebäude wurde in den 1960er Jahren gebaut.

Durch die Dämmung konnte ca. 30% Heizenergie eingespart werden. Wichtig ist hier auch. Was gegen Kälte gut ist, hilft auch bei Wärme. Das heißt, die Dämmung hält nicht nur das Gebäude im Winter warm, sondern auch im Sommer kühl. Da in unserer Region eher im Winter geheizt wird und im Sommer nur die wenigsten eine Klimaanlage nutzen, fallen die Energiekosten zur Kühlung nicht auf. Jedoch wird der Wohnkomfort in den heißen Sommermonaten erhöht.

Fassade eines Einfamilienhauses, bei dem die linke Hausseite mit gelber Mineralwolle gedämmt wurde. Am Haus steht noch ein Gerüst.

Um Förderung über die Bafa zu erhalten, muss ein U-Wert von mindestens 0,20 W/m²K eingehalten werden. Stand Juli.2026. Dies erreicht man in der Regel mit einer Dämmung von min. 160 mm bei einem Lambda Wert 0,035 W/mK. Auf den Produktbeschreibungen wird dieser in der Regel als WLG 035 bezeichnet. Dabei ist die Wahl des Dämmstoffs unerheblich, solange der Dämmstoff WLG 035 oder besser entspricht.

Der am häufigsten verwendet Dämmstoff für die Außenwand ist EPS. Besser bekannt als Styropor. Styropor ist günstig. Hat aber mehrere Nachteile:

  • Styropor ist brennbar. Weswegen alle 7 Meter Gebäudehöhe ein Brandriegel vorgeschrieben ist.
  • Styropor ist nicht wasserdurchlässig. Dadurch kann im Sommer keine Feuchtigkeit aus der Mauerwerk nach außen abtrocknen.

Daher hat sich der Bauherr hier für Mineralwolle Dämmplatten entschieden. Diese sind teurer allerdings Wasserdampfdurchlässig und nicht brennbar.

Wichtig bei Mineralwolle ist bei der Lagerung und Montage darauf zu achten, dass diese nicht nass wird. Mineralwolle saugt sich mit Wasser voll und verliert dann ihre Dämmwirkung.

Die Anbringung ist bei beiden Produkten sehr ähnlich. Die Dämmplatten werden mittels eines Klebers an der Fassade befestigt. Dabei wurde hier ein Klebe- und Armierungsmörtel eingesetzt.

Eine Schwachstelle für Wärmebrücken sind die Übergänge zu den Fenstern. Ist es geplant die Fenster zu tauschen, sollten diese nicht mittig in das Mauerwerk, sondern vorne an die Kante gesetzt werden. Dann kann die Dämmung den Fensterrahmen um ca. 3 cm überdecken. Falls die Fenster nicht saniert werden, muss die Fensterleibung mit einem energetisch sehr guten Dämmstoff, gedämmt werden. Bei unserem Beispiel ist beides der Fall.

Die Platten werden nach der Trocknungszeit des Mörtels, von ca. 3 Tagen, mit speziellen Dübeln an der Wand verdübelt. Hier wurden Schlagdübel eingesetzt. Da es sich um Mineralwolle Handel gibt es spezielle Teller, die die Auflagefläche der Dübel vergrößern. Alternativ wären auch Schraubdübel möglich gewesen. Die Dübel dienen hauptsächlich der Aufnahme der Windlast. Daher werden vom Hersteller, je nach Größe der Wand, unterschiedliche Dübelschemata vorgeschrieben. Die Dübel sind auf den Dämmstoff abzustimmen. Passiert dies nicht, führen unterschiedliche Wärmedurchlasswiederstände dazu, dass sich Wärmebrücken bilden.

Sind sie schon mal bei feucht-kaltem Wetter an einem Haus vorbeigefahren, bei dem sich die Dübel als dunkle Flecken abzeichnen? Bei diesen Fassaden wurden Dübel und Dämmplatten nicht korrekt abgestimmt.

Ecke der Fassade eines Einfamilienhauses. Bei der linken Seite sieht man eine Reihe Dämmplatten, die rechte Seite ist bereits fertig verputzt. Dort steht noch ein Gerüst.

Grundsätzlich sollte man immer im System bleiben. Also nicht von verschiedenen Herstellern das Günstigste zusammenkaufen, sondern alle eingesetzten Materialien von einem Hersteller beziehen.

Nach dem Verdübeln wird armiert. Hier wird ein Kunststoffgewebe mittels Armierungsmörtel eingearbeitet. Für die Ecken und Fensteranschlüsse gibt es extra Profile. Die Armierung verhindert, dass sich später durch Ausdehnung und Bewegung Risse in der Fassade bilden. Daher werden an den Fensterecken noch mal zusätzliche Gewebestücke eingesetzt.

Auf die Armierung kam noch eine Grundierung für den Oberputz. Als Oberputz wurde ein 3mm Scheibenputz gewählt. Dieser ist leicht aufzubringen und gleicht gut leichte Unebenheiten der Armierung aus. Der Scheibenputz ist bereits weiß eingefärbt. Trotzdem wurde zum Schutz vor Witterung der Putz noch mit weißer Fassadenfarbe gestrichen.

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