Warum ist es sinnvoll, einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen zu lassen?

Das gesamte Gebäude im Blick

Beim individuellen Sanierungsfahrplan iSFP wird das gesamte Gebäude erfasst und analysiert.

Zu Erstellung des iSFP werden alle Bauteile des beheizten Gebäudes bezüglich ihrer Größe, Ausrichtung, Geometrie und energetischen Qualität (U-Wert) erfasst und bewertet. Angefangen bei der Bodenplatte über eventuelle Kellerwände, Außenwände mit Türen und Fenster bis zum Dach. Zu keinem Zeitpunkt der Datenaufnahme ist es notwendig Kernbohrungen durchzuführen oder Bauteile zu öffnen. Sollte zum Beispiel der Mauerstein nirgends ersichtlich oder dokumentiert sein, werden für das Baujahr des Gebäudes typische Standardwerte herangezogen.

Zusätzlich wird auch die Anlagentechnik der Wärmeerzeugung, sprich die Heizung, und die Erzeugung des warmen Wassers aufgenommen und bewertet. Auch die Analgentechnik hat einen hohen Einfluss auf den Energieverbrauch des Gebäudes.

Ist das Gebäude erfasst und analysiert werden bereits die Schwachstellen sichtbar. Oft treten Energieverluste an Stellen auf, die zunächst gar nicht im Fokus stehen, während vermeintlich offensichtliche Maßnahmen nicht zwangsläufig das größte Einsparpotenzial bieten.

Energieberater erfasst die Gebäudehülle eines Einfamilienhauses mit Tablet und Messgerät.

Sanierungsschritte sinnvoll aufeinander abstimmen

Nach der Erfassung geht es an die Sanierungsschritte. In der Regel werden 3 bis 5 Sanierungsschritte in Absprache mit dem Kunden erstellt. Hier ist das Gespräch mit dem Kunden wichtig. Gibt es vielleicht schon Bauteile, die der Kunde aus optischen Gründen demnächst sanieren möchte?

Die einzelnen Schritte werden auch bautechnisch sinnvoll zusammengestellt. Sollen zum Beispiel die Fenster ausgetauscht und die Fassade gedämmt werden, ist es sinnvoll dies in einem Schritt zu tun. Wenn der Kunde dies in 2 Schritten tun möchte, sollten die Fenster zuerst so eingebaut werden, dass die spätere Dämmung ohne Wärmebrücken montiert werden kann.

So ist es auch sinnvoll erst den Energieverlust zu reduzieren und dann ggf. eine neue Heizung passend zum geringeren Energieverbrauch zu planen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Sanierungsschritte später in Reihenfolge und Anzahl nicht verbindlich sind. Das heißt der Kunde ist nicht verpflichtet die Sanierungsschritte umzusetzen. Die Entscheidung ob und welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt umgesetzt werden, liegt alleine beim Kunden.

Energieberater erläutert einer Hauseigentümerin anhand von Bauplan und Materialmustern die Reihenfolge geplanter Sanierungsmaßnahmen.

Wirtschaftlichkeit und Energieeinsparung im Blick

Zu jeder Maßnahme erhält der Kunde auch eine grobe wirtschaftliche Bewertung.

Der individuelle Sanierungsfahrplan weist in jedem Schritt die erwartete Energieeinsparung der jeweiligen Maßnahme aus. Dadurch kann auch eine neue Heizung passend zu den geplanten Sanierungen ausgelegt werden.

Durch die Datenaufnahme können zukünftig Energieausweise ohne größeren Mehrauswand vom Ersteller ausgestellt werden.

Energieberater vergleicht auf einem Tablet die erwartete Energieeinsparung mit den Daten eines Wohngebäudes.

Förderung langfristig nutzen

Die Erstellung des iSFP wird aktuell mit 50% (Bis 1.300€) bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 1.700 € ab Dreifamilienhaus von der Bafa gefördert. (Stand Juli 2026)

Im Juli 2026 haben sich die Förderbedingungen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) geändert. Ab sofort wird der zusätzliche 5% Bonus auf Einzelmaßnahmen erst ab einem förderfähigen Mindestinvestitionsvolumen von 30.000€ gewährt.

Interessant ist der iSFP somit für größere Renovierungsvorhaben. Einzelne Maßnahmen können hierbei auch addiert werden.

Der iSFP ist 15 Jahre gültig. So lange können zu den verbesserten Konditionen Maßnahmen umgesetzt werden, vorbehaltlich gesetzlicher Änderungen.

Energieberater und Gebäudeeigentümerin betrachten die schrittweise Fassadensanierung eines Mehrfamilienhauses.

Energieberatung

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